Bauproduktenverordnung, BauPVO

Construction Product Regulation, CPR

 Seit 1. Juli 2013 gilt die Bauproduktenverordnung verbindlich für alle EU-Mitgliedsstaaten. Diese Verordnung definiert Grundanforderungen, wie z. B. den Brandschutz, für alle Bauprodukte. Darunter fallen Baustoffe ebenso wie Kabel und Leitungen.

Die Umsetzung der BauPVO für Kabel und Leitungen erfolgt in der Norm hEN 50575:2014 "Starkstromkabel und -leitungen, Steuer- und Kommunikationskabel - Kabel und Leitungen für allgemeine Anwendungen in Bauwerken in Bezug auf die Anforderungen an das Brandverhalten".

Diese harmonisierte Norm wurde am 10. Juli 2015 im EU-Amtsblatt veröffentlicht.

Der Beginn der Anwendung als harmonisierte Norm ist gemäß EU-Amtsblatt der 1. Juli 2016 . Ab diesem Zeitpunkt können Produkte von einer notifizierten Stelle geprüft und mit einer CE-Kennzeichnung versehen werden. Nach Ablauf der so genannten Koexistenzperiode, die 1 Jahr beträgt, ist die Kennzeichnung und Dokumentation verpflichtend.

Als zusätzliche Information zu diesem Thema hat der Fachverband Kabel und isolierte Drähte im ZVEI ein White Paper zu Brandschutzkabeln veröffentlicht (aktuell in der 4. aktualisierten Auflage, Oktober 2016)

Darüber hinaus informieren wir Sie über die aktuellen Entwicklungen und Produkte. Wir empfehlen Ihnen heute schon die halogenfreien und flammwidrigen Kabel der Bayka. Wir sind Entwicklungspartner von verschiedenen, höchst anspruchsvollen Anwendern von Brandschutzkabeln und begleiten die Einführung der Kabel nach der BauPVO gemeinsam mit unseren Kunden.


Kabel und Leitungen unter der europäischen Bauproduktenverordnung

Hinweise für die Praxis

Im ZVEI-Flyer finden Sie aktuelle Hinweise zu

  • CE-Kennzeichnung und Etikettierung
  • Leistungserklärung
  • Pflichten des Herstellers
  • Pflichten des Händlers
  • Marktüberwachung und
  • Vorschläge des ZVEI

FAQ

Unsere Experten helfen Ihnen bei Fragen zur Bauproduktenverordnung BauPVO.


Antworten

Entsprechen Kabel mit Funktionserhalt E30, E90 der BauPVO?

Kabel gem. BauPVO erfüllen hohe Anforderungen an ihr Verhalten im Brandfall (reaction to fire).
Definiert werden neben der Brandfortleitung auch Rauchdichte, Acidität (Halogenfreiheit) und Abtropfen von brennenden Partikeln (und einige mehr).

Kabel mit Funktionserhalt beschreiben die Widerstandsfähigkeit der kompletten Kabelanlage im Brandfall (resistance to fire). Im System werden Kabel plus Befestigung dahingehend geprüft, ob es in der geforderten Zeit einen Kurzschluss gibt. Im Prinzip dürfte das Kabel dabei sogar lichterloh brennen.

Das Eine hat also mit dem Anderen nichts zu tun. Auch für Kabel mit Funktionserhalt sind zusätzliche Prüfungen und die Leistungserklärung mit Nachweis der Brandklassen nach BauPVO erforderlich.

Was ist, wenn Kabel nur wenige Meter in (wenigen) Gebäuden fest verlegt werden? Fallen die auch unter die BauPVO?

Grundsätzlich gilt die BauPVO auch bei Verlegung von wenigen Metern innerhalb von Gebäuden. Es bleibt abzuwarten, wie diese Verordnung in den entsprechenden Landesbauordnungen umgesetzt wird. Wir haben dazu noch keine Lösung.