Telekommunikation mit Bayka: BayCom®


Technische Grundlagen

Alle Fernmeldekabel besitzen einen einheitlichen Aufbau, wie nachfogend beschrieben. Dadurch sind sie abwärtskompatibel, so dass die weiterentwickelten Telekommunikationskabel mit verbesserten Übertragungseigenschaften in bestehende Netze eingebaut werden können.



Aufbau von Fernmeldekabeln

 

   Das Basiselement von Fernmeldekabeln ist der Sternvierer, bestehend aus jeweils 2 Adernpaaren (Doppeladern).
   Dabei bilden die jeweils gegenüberliegenden Adern einen Sprechkreis (auch als Stamm bezeichnet).


Sternvierer_Ring

Die Adern der Sternvierer haben zusätzlich zu einer Grundfarbe eine schwarze Ringmarkierung:


Die Grundfarben sind in der Reihenfolge Rot, Grün, Grau, Gelb und Weiß.
Jeweils 5 Sternvierer zusammengefasst bilden ein Zehnerbündel, Grundbündel genannt.
Jeweils 5 (bei höherpaarigen Kabeln 10) Grundbündel werden zum Hauptbündel mit 50, beziehungsweise 100 Doppeladern, die Hauptbündel wiederum zur Kabelseele verseilt (bei Hauptkabeln bis zu 2000 Doppeladern).
Zur Unterscheidung der einzelnen Bündel erhält das erste Grundbündel beziehungsweise das erste Hauptbündel jeder Lage eine rote Kunststoffwendel, alle anderen eine weiße oder naturfarbene. Es wird von innen nach außen gezählt und von der Vermittlungsstelle in Richtung Teilnehmer im Uhrzeigersinn (Merksatz: Fernmelder sei nicht dumm, Amt im Rücken, rechts herum; Amt vor‘m Bauch, links geht‘s auch).


Weitere Aufbauelemente

Aderisolierung
Grundsätzlich besteht die Leiterisolierung der Fernmeldekabel aus Polyethylen (PE), einem halogenfreien Kunststoff mit sehr guten Materialeigenschaften. Je nach Anforderung an die übertragungstechnischen Eigenschaften kann die Ader aus massivem Voll-PE oder aus geschäumten Foamskin oder Zell-PE bestehen.
Die Foamskin-Ader besteht aus zwei Schichten, einer inneren, geschäumten Isolierung (foam) und einer äußeren, massiven Schicht (skin) zur mechanischen Stabilisierung der Adern. Zell-PE, ursprünglich ausschließlich geschäumt, wird heute meist ebenfalls mit einer Skinschicht gefertigt. Die Unterscheidung zwischen Foamskin und Zell-PE hat also historische Gründe, wird aber noch bei den Kurzeichen weitergeführt
2Y        Leiterisolierung aus massivem Polyethylen (PE)
02Y      Leiterisolierung aus geschäumten Polyethylen (PE)
02YS    Leiterisolierung aus Foamskin

Für Übertragungssysteme mit geringen Anforderungen werden überwiegend Kabel mit Adern aus Voll-PE eingesetzt. Für digitale Übertragungstechniken kommen fast ausschließlich Kabel mit geschäumten Adern zum Einsatz.

Längswasserschutz
Bei Beschädigung der Kabel verhindert eine Füllung aus Petrolat oder einer Sonderfüllmasse mit niedriger Dieelektrizitätszahl das Ausbreiten von Wasser in Längsrichtung und begrenzt so den Schaden. Petrolat und Sonderfüllmasse sind hydrophobe Fettmassen auf reiner Mineralölbasis oder wie bei der Sonderfüllmasse mit Zusatzstoffen, die reduzierte Ader-/Kabeldurchmesser erlauben. In der Praxis wird heute überwiegend Petrolat verwendet.

Kabelkurzzeichen
F       Kabelseele mit Petrolat gefüllt, längswasserdicht
OF    Kabelseele gefüllt mit Sonderfüllmasse, längswasserdicht

Ungefüllte Kabel werden in der Regel in druckluftüberwachten Netzen eingesetzt sowie in Kabelstrecken, bei denen die Gefahr der Beschädigung gering ist.

Schichtenmantel
Eine beschichtete Aluminiumfolie als Querwasserschutz und statischer Schirm bildet mit dem darüber liegenden Kunststoffmantel einen wirkungsvollen Diffusionsschutz. Der Schichtenmantel ist ein seit jahrzehnten bewährtes Aufbauelement bei Telekommunikationskabeln.